Rückblick „Südwind im Diskurs“ am 28. August 2026
von Südwind e.V.
An diesem Abend wehte ein frischer Wind in der Nachbarschaft und durch die Werkstatt von „SATIVUM WerbeDESIGN“. Kann man hier sich hier über das Thema „Beten – Wohlfühl-Unsinn oder Superkraft?“ verständigen? Ja!
Im Gespräch waren zwei Leute: Jana, welche in letzter Zeit das Beten als neue Kraft kennenlernte, und Carsten, der zwar in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen ist, aber keinen persönlichen Zugang zum Gebet gefunden hat. Jana und Carsten hätten in ihren Ansichten zum Thema Gebet nicht unterschiedlicher sein können, obwohl sie beide ein naturwissenschaftliches Studium absolviert hatten.
Der Abend lud auch die Besucherinnen und Besucher zum Diskurs ein. Diese kamen mit den beiden Protagonisten über deren Gedanken, Meinungen, Beweggründe sowie Erfahrungen und Erlebnisse – teilweise auch kontrovers – ins Gespräch.
Der Moderator, Wolf-Jürgen, eröffnete den Austausch mit folgendem Zitat: „Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht 1000 Meilen in seinen Mokassins gelaufen bin.“
Im Gesprächsverlauf wurde deutlich, wie schwer es uns manchmal fällt, andere Ansichten so sein zu lassen, wie sie sind, und nicht gleich mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen entgegenzusteuern. Ich konnte aus der Veranstaltung mitnehmen, dass es eine Kunst ist, ganz bei meinem Gegenüber zu sein und anderen Menschen unvoreingenommen zuzuhören. Denn meist bin ich nicht in den Mokassins gegangen, welche meine Gesprächspartner getragen haben. Viel zu selten machen wir es uns zur Aufgabe, ehrlich, aufrichtig und interessiert nachzufragen, anstatt den anderen mit eigenen Überzeugungen zu beurteilen und zu belehren.
Der Diskurs hat dazu angeregt, persönlicher und interessierter nachzufragen und nicht bei der ersten Gelegenheit Erlebnisse oder Erfahrungen aus der eignen Biographie zu erzählen. Das ist mit einem Abend natürlich nicht getan. Diese Haltung der Neugier und des "Nichtwissens" vor meinem Gegenüber einzuüben, wird wohl eine lebenslange Aufgabe sein.
Julia Grimm